Marketing in einem KMU aufbauen – #2 Recherche und Status Quo

Wo soll ich nur anfangen?

Die Weihnachtsgans war verspeist, der Glühwein verdaut, die Plätzchen gegessen und der Sekt getrunken. Kurzum der Betriebsurlaub war zu Ende, das Jahr 2019 hat gerade angefangen und damit starten wir auch schon in das Abenteuer „Marketing in einem KMU umsetzen“. Doch wo soll man nur anfangen? Die erste Anlaufstelle wie für viele ratlose Fragen – Google.

Ich befragte also Google um Rat. Meine ersten Suchbegriffe waren „Marketingkonzept“, „Marketingstrategien“, „Marketing in KMU“, „Online Marketing“ und „Digitales Marketing“. Ich begann mich tiefer in die Materie einzulesen. Das Angebot an Blogs, Artikel und Studien zum Thema „Marketing“ ist schier unerschöpflich. Ich würde Ihnen raten sich wirklich die Zeit zu nehmen, um sich am Anfang Ihrer Marketingstrategie intensiv in das Thema einzulesen und die zahlreichen Informationen im Web zu durchforsten, insbesondere wenn Sie nur wenig konkretes Vorwissen im Bereich Marketing bereits mitbringen. In den folgenden Abschnitten habe ich Ihnen die Punkte zusammengefasst, die aus meiner Sicht ganz besonders wichtig für künftige Marketingmaßnahmen in unserem Unternehmen sind. Natürlich kann es je nach Branche oder Größe des Unternehmens hiervon Abweichungen geben, aber die meisten Punkte der Aufzählung sollten wohl für sehr viele Firmen eine Relevanz haben.

Inhalt, Inhalt, Inhalt → Content Marketing 

Dies ist sowas wie das Schlagwort der Zeit im aktuellen Marketing-Jargon. Man versteht darunter, dass die offensive Bewerbung des eigentlichen Produkts in den Hintergrund tritt und stattdessen die Lösung eines Kundenproblems im Mittelpunkt steht. Was heißt das konkret? Ich mache dies mal am Beispiel von unserer Firma deutlich:
Wir verkaufen eine Dokumentenmanagement-Software inkl. eigens entwickelter Applikationen und Erweiterungen. Welches Kundenproblem lösen wir damit? Nun ja, es gibt verschiedene Gründe, warum sich Kunden sinnvollerweise für eine Dokumentenmanagement-Lösung entscheiden. Die beiden wichtigsten Gründe sind wohl die Einhaltung von handels- und steuerrechtlichen Anforderungen für aufbewahrungspflichtige Geschäftsunterlagen und die erheblichen Verbesserungspotenziale, die sich durch eine durchgehend digitale Verarbeitung von Dokumenten ermöglichen lässt (bspw. Eingangsrechnungsverarbeitung). Deshalb ist es wichtig, diese Lösungsszenarien in den Vordergrund des Marketings zu stellen und nicht das Produkt selbst.

Wieso Content Marketing?

Ich will das direkt an einem Beispiel deutlich machen: Im Jahr 2018 war das Stichwort „DSGVO“ in aller Munde. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen hatten Schwierigkeiten abzuschätzen, was sich für das konkrete Tagesgeschäft in ihrem Unternehmen tatsächlich änderte. Diese Firmen werden nicht nach konkreten Lösungen und Produkten zur Einhaltung von DSGVO-Vorgaben suchen, sondern nach Suchbegriffen wie „DSGVO Änderungen“ oder „DSGVO Checkliste“. Wenn Sie es schaffen einen informativen Artikel zu verfassen, der genau diese Fragen beantwortet und unter den eben vorgeschlagenen Suchanfragen zu finden ist, dann werden Sie potenzielle Kunden auf Ihre Seite locken können. Nebenbei können Sie an geeigneten Stellen auf Ihre eigenen Produkte verweisen und erklären, wie diese Produkte das Problem konkret beheben.

Fokus auf Webseite und Blogartikel

Besonders im B2B-Bereich beginnen potenzielle Kunden vor einer Kaufentscheidung meist mit einer breiten Internetrecherche. Dabei ist es wichtig, dass Sie in der Google Suche auch gefunden werden. Neben Werbung (Google AdWords) und gezielter Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist vor allem der eigentliche Inhalt Ihrer Webseiten relevant für Ihr Google Ranking. Erstellen Sie also Inhalte rund um die Themen, die wir im Abschnitt Content Marketing bereits als „Kundenprobleme“ bezeichnet haben. Wie wir das in unserer Firma umsetzen werden, werde ich im nächsten Artikel dieser Blogreihe darstellen, in der es um die Marketingziele, die Marketingstrategie und die Planung von unseren Marketingaktivitäten geht. Besonders qualitativ hochwertige Inhalte, die über die Bewerbung des eigenen Produkts hinausgehen, werden hierbei von den Kunden honoriert.

Nicht zu viel auf einmal

Besonders in einer kleineren Firma wie der unseren ist es wichtig, sich zuerst auf ein paar ausgewählte Marketingkanäle zu konzentrieren und diese auch regelmäßig mit relevanten Inhalten zu füttern. Im Laufe der Zeit können dann weitere relevante Kanäle identifiziert und genutzt werden.

Regelmäßigkeit

Sofern Sie ebenfalls mit dem Gedanken spielen das digitale Marketing in Ihrem Unternehmen auf Vordermann zu bringen, sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie Ihre ausgewählten Marketingkanäle regelmäßig mit aktuellen Inhalten versorgen müssen. Dies wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, als Sie sich vermutlich am Anfang denken können. Planen Sie hierfür mit Ihren Vorgesetzten auf jeden Fall noch genügend Freiraum ein, falls Sie nebenbei noch eine andere Tätigkeit ausführen.

Status Quo der Marketing-Aktivitäten in unserer Firma

Wie sieht es aktuell gerade in Sachen Marketing in unserer Firma aus? Wir werden uns nun ansehen, welche Kanäle wir zum Kunden bereits haben und analysieren, wie diese bereits genutzt werden. Eine kleine Einschränkung noch vorab: Wir werden uns nur die digitalen Kommunikationskanäle ansehen, da unser neues Marketingkonzept (zumindest in der Anfangsphase) rein auf die digitalen Marketingaktivitäten beschränkt sein wird.

Webseiten

Aktuell haben wir zwei Webseiten. Eine ist für zur Vorstellung unserer Firma docuvita solutions GmbH und der Dokumentenmanagement-Software docuvita gedacht, die wir vertreiben und zu der wir Zusatzmodule anbieten. Die andere dient zur Präsentation der Cloudlösung selber Software (docuvita.online). Die Webseiten sind bereits auf einem sehr guten Stand und werden regelmäßig aktualisiert bzw. mit neuen Inhalten bestückt.

Blog

Ein eigenständiger Blog ist bisher nicht vorhanden. Da dies aber für das Content Marketing von essentieller Bedeutung ist, wird es in Zukunft auf jeden Fall einen eigenen Blog geben. Beziehungsweise wenn Sie das lesen, gibt es den natürlich schon. Natürlich sollte man nicht nur einen Blog schreiben, um einen Blog zu schreiben. Ein Blog lebt davon, dass er regelmäßig mit guten Inhalten versorgt wird. Welche Themenbereiche wir für unseren Blog als interessant einstufen, können Sie im nächsten Artikel dieser Reihe nachlesen. Ein Thema kennen Sie schon – wie man nämlich ein Marketingkonzept in einem kleinen und mittleren Unternehmen ganz konkret aufbaut.

Social Media

Der Einsatz von Social Media hängt stark von der Kundengruppe ab, die Sie ansprechen wollen. In unserem B2B-Bereich sind die Entscheider (also jene Personen, die über den Kauf eines Produkts in einer Firma entscheiden) meist im mittleren Alter. Darüber hinaus ist ein Softwareprodukt wie unseres, in dem auch viele kundenindividuelle Anpassungen enthalten sind, von Grund auf nicht optimal für jede Social Media Plattform geeignet. Aktuell haben wir Profile auf Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter. Im nächsten Artikel werde ich Ihnen aufzeigen, welche dieser Plattformen wir zukünftig nutzen wollen und welche Informationen dort bereitgestellt werden.

Newsletter

Die letzten drei Newsletter, die (Stand: März 2019) versandt wurden, sehen Sie unten aufgelistet. Hier gilt es also wieder dringend aktiv zu werden. Bei Newslettern ist es wichtig die Versandfrequenz zu beachten, zu viele Newsletter werden von den meisten Menschen zu Recht als störend und lästig empfunden und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre wesentlichen Informationen an den Kunden bringen, sinkt. Bei zu wenigen Newslettern kommen Ihre wichtigen und interessanten Informationen nicht beim Kunden an. 

Wie geht es weiter?

Dies war nun mal eine Kurzübersicht über alle vorhandenen Maßnahmen, die in der Vergangenheit betrieben wurden. Wie es nun konkret in der Zukunft weitergeht, das werden Sie im nächsten Teil dieser Reihe erfahren, wenn wir uns gemeinsam die Ziele, die Strategie und die Planung des zukünftigen digitalen Marketings in unserer Firma ansehen werden. Bleiben Sie also gespannt.

Wie sieht es bei Ihnen in der Firma aus? Welche Kanäle benutzen Sie schon, um mit Ihren Kunden zu kommunizieren? Lassen Sie mich gerne Ihre Erfahrungen in den Kommentaren unten wissen.

Top